Biwakieren – Notunterkünfte

Bei unserem Outdoor oder Survival Training lernen wir den Teilnehmern eine Notunterkunft zu bauen. Es gibt verschiedene Varianten um in der Natur sein Lager aufzuschlagen – den sogenannten Notbiwak. „Biwak“ kommt aus dem französischen und bedeutet „Feldlager“ bzw. „Nachtlager“ im Freien, aber auch in Zelten und einfachen Unterkünften.

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Doch ist das Biwakieren in Österreich überhaupt erlaubt? Hier einige Fakten:

Leider, sind wir nicht in Skandinavien … Ein Notbiwak ist nur dann erlaubt, wenn man im Falle einer Verletzung, einem Schlechtwettereinbruch oder der Dunkelheit „gezwungen“ ist im Freien zu übernachten. Geplanten und vorsetzliches Biwakieren wird laut gesetzt wie Zelten behandelt und ist nicht erlaubt. Im Waldbereich  gilt das „Forstgesetz“ dass besagt, es steht jedem die freie Betretbarkeit der Wälder zu, das Zelten ist hier aber auch wieder verboten, die Ausnahme besteht jedoch wenn der Grundstückseingentümer seine ausdrückliche Zustimmung gibt.

Oberhalb der Baumgrenze schließt sich die Zone des alpinen Ödlands bzw. alpinen Urlands an. Bei der gesetzlichen Regelung unterscheiden sich die Bundesländer hier. Als Beispiel nennen wir die Steiermark, hier ist die Handhabung wenig restriktiv. Das Gesetz zur WEgefrei-heit im Bergland (1922) besagt: „Das Ödland oberhalb der Baumgrenze, mit Ausnahme der anders als durch Weide genutzten Gebiete (Almen) ist für den Touristenverkehr frei und kann von jedermann betreten werden“ Der Begriff „Betreten“ wird hier nicht so eng gesehen wie beim Forstgesetzt.

Meine empfehlung ist es, den Grunstückseigentümer von seinen Vorhaben zu berichten, ihnen die Angst zu nehmen Müll oder sonstiges zu hinterlassen, und das Einverständnis einholen, Dann steht einer abenteuerlichen Nacht im selbstgebauten 5 Millionen Sterne Hotel nichts mehr im Weg.

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In diesem Sinne möchte ich mich bei meinen Grundbesitzern bedanken, die mich teilweise seit Jahren mit Gruppen auf ihre Grundstücke lassen, zum Biwakieren, Feuer machen, arbeiten und verweilen.

  Mein rießen Dankeschööön gilt Andreas Ackerl aus Grossteinbach, Andreas Tandl aus Hirnsdorf, Franz Prenner aus Pinggau, der Gemeinde Bad Waltersdorf und der Gemeinde Großhart.

Aus was besteht nun ein Notbiwak?

Es gibt verschiedene Varianten zu biwakieren. Wir vermitteln unseren Teilnehmern Verschiedene, diese können sie dann untereinander kombinieren um je nach Materialverfügbarkeit und Schutzbedürfniss ein individuelles Lager zu bauen. Drei Varianten möchten wir hier vorstellen:

img-20161002-wa0013Variante Planenbiwak:

Materialkunde gehört zu unseren Camps genau so wie das Feuermachen. Für den Planenbiwak werden gewöhnliche Gewebeplanen aus dem Baumark verwendet. Das Maß der Plane ist je nach Personenanzahl und Packmaß Variable. Für eine Person reicht eine kleine Plane mit 2+2m. Zusätzlich zur Plane werden Paracourd Schnüre benötigt, diese sind dünne Nylonseile und viel im Bereich des Fallschirmspringens eingesetzt. Das sind die zwei Materialien für den Planenbiwak. Mit Hilfe der Knotenkunde werden vier wichtige Knoten vermittelt um das Notbiwak zu spannen, dazu gehören zum Beispiel „Mastwurf“ und  „Brusik“.

 

 

20160902_111330Das Tarp:

Beim Tarp wird gleich gearbeitet wie beim Planenbiwak. Lediglich das Material zur Gewebeplane unterscheidet sich. Das Tarp besteht aus reißfesten Material aus PU beschichtetem  Polyester, ist extrem wasserdicht und schützt vor Sonneneinstrahlung. Alle Nähte sind hochwertig verarbeitet und wasserdicht versiegelt. Der Tarp kann aufgrund seiner Flexibilität leicht für Trekkingreisen verwendet verwenden. Der große Vorteil ist das extrem leichte und sehr geringe Packmaß. Auch das verspannen funktioniert einfacher als bei der Plane. Der Nachteil ist im Gegensatz zur Gewebeplane der Preis, während man für eine 3*2 m Plane ca. 5 Euro bezahlt liegt man bei einem guten Tarp schon bei 80 – 100 Euro.

IMG_20170813_154129_wmUnsere Empfehlung:

Gilt hier je nach Bedarf. Zum Ausprobieren und für den kleinen Geldbeutel sind die GEwebeplanen absolut ausreichend. Bei meiner gesamten Ausbildung bei „Natur als Partnerin – Arge für systemische Bildung und Beratung“ waren wir nur mit Gewebeplanen unterwegs – von Salzburg bis Griechenland.

Wenn man viele Reisen macht, oder so wie wir als Trainer schneller beim Aufbauen sein sollten, dann wird die investition in ein Tarp auch nicht bereut. Das wäre doch mal ein tolles Geschenk für Reiselustige.

 

 

 

Biwak NaturmaterialienBiwak aus Naturmaterialien:

Unsere Teilnehmer haben auch die Möglichkeit einen Biwak aus reinen Naturmaterialien zu bauen. Dieser besteht aus min. 4 verschiedenen Schichten, wenn er „dicht“ sein soll. Die äußerste Schicht ist auf den Fotos zu erkennen – Laubäste. Diese Variante ist zeitaufwendiger als die anderen und erfordert zwar kein „mitgebrachtes Material“ aber auch einiges an Naturmaterialien, was nicht in jeder Gegend zu finden ist. Aber in Küsten,-, oder Wüstengebieten ist dann einfach Kreativität gefragt :-)

 

 

 

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